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Videoaufnahme der Vorstellung am 10.01.10 | Kamera & Schnitt: Walter Bickmann. © TanzForumBerlin Jede Weiterverwendung der Trailer und Fotos ohne schriftliche Genehmigung von TanzForumBerlin ist untersagt.
Jana Unmüßig: HAUS
Vorstellungen: 09., 10. Januar 2010, 20.30 Uhr
Sophiensaele | Festsaal
Sophienstraße 18
10178 Berlin
Karten: 030 - 283 52 66
www.sophiensaele.com
Choreografie: Jana Unmüßig
Tanz: Evamaria Bakardjiev, Zohar Frank, Julia Kathriner, Sigrid Kopperdal, Jacob Peter Kovner, David Perez, Venke Sortland, Soeren Urup
Die Produktion entstand am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz - Pilotprojekt Tanzplan Berlin / Ernst Busch im Rahmen MA Choreographie und in Koproduktion mit TANZTAGE BERLIN
HAUS bündelt drei Arbeiten, die in den letzten anderthalb Jahren entstanden sind: Ich bin Baum, linie, fisch, Neben. Die Ordnung ihrer Erscheinung ist chronologisch, beginnend mit dem äußersten Punkt, über eine Mitte hin zum Nahen. überlappungen und Ellipsen veranlassen ein Innewerden, ein Erinnern, so dass das kaleidoskopartige Wesen von HAUS in eine Zeit einlädt, in der Vergangenes mit Gegenwärtigem auf das Potential einer Vielzahl von Zukünften verweist.
„Die Geschichte stammt aus China und erzählt von einem alten Maler, der den Freunden sein neuestes Bild zu sehen gab. Ein Park war darauf dargestellt, ein schmaler Weg am Wasser und durch einen Baumschlag hin, der lief vor einer kleinen Tür aus, die hinten in ein Häuschen Einlass bot. Wie sich die Freunde aber nach dem Maler umsahen, war der fort und in dem Bild. Da wandelte er auf dem schmalen Weg zur Tür, stand vor ihr still, kehrte sich um, lächelte und verschwand im Spalt.“
Walter Benjamin
Im Zentrum meiner Arbeit als Choreografin steht das Sichtbarmachen von Handlungen, Bewegungen und Gesten anderer. Ich beobachte, sehe und skizziere dann wie ein Maler Szenen in Bildern, um diesen ersten Entwurf später wieder und wieder zu überarbeiten und zu verfeinern, auszuschmücken und scheinbar nicht mehr Relevantes zu „übermalen“. Das Erscheinen- und Verschwindenlassen von Wahrnehmbarem und Sichtbarem wird von einer Denkbewegung zusammen gehalten. Eine Denkbewegung, die von mir ausgeht und somit singulär und subjektiv ist und die zugleich auf der Ebene des Verschwindens jenes individuellen Blickes operiert. Denn ich bewege mich ähnlich wie Walter Benjamin den Maler im eingangs genannten Text beschreibt, innerhalb der Arbeit, wandele „auf dem schmalen Weg zu Tür“, um dann in ihrem Spalt zu verschwinden.